Eine alte Meldung, die mir aber gerade wieder in die Hände gefallen ist.
Zu dick für Hartz4
Nicht nur weil ich selber in diese Schiene passe, zu dick für Hartz4.
Bei 4 Euro am Tag darf/kann man nicht dick sein, dafür reicht ja das Geld nicht und wer dick ist, dem geht es zu gut.
So kommt einem das vor.
Dabei ist erwiesen das gerade in unserer *Wohlstandsgesellschaft* die Ärmsten oft die Dicksten sind.
Gibt einen ganz einfachen Grund.
Weil der Nährstoffmüll am einfachsten und billigsten ist und das Glückszentrum im Gehirn anspricht.
Fett, süß und salzig ist das was in unseren Genen so drängend angelegt ist, weshalb Fett und Zucker und Salz so lecker sind und zufrieden machen, Fresskoma halt.
Eine Tüte Pommes, das Nugget aus Seperatorenhühnchen mit Zutaten xyz, eine Flasche Billigcola.
Es ist billig, es macht satt, es macht zufrieden. Es dämpft den Frust.
Toast aus Weissmehl ist billiger, Fett ist billig.
Der Körper will Kalorien, nur ohne Ballaststoffe und dergleichen schlägt die Gier über die Stränge.
Das Zucker glücklich macht, das es dieselben Suchtrezeptoren wie diverse Drogen anregt und glücklich macht, das sind schon alte Nachrichten.
Wenn man ganz tief unten ist, deprimiert, keine Aussichten hat, dutzende Bewerbungen im Sand verlaufen, irgendwie das Geld her muss für wichtige Dinge die einem fehlen, wenn man schon Terror vor dem nächsten Gang zum Amt hat und es einen körperlich krank macht...
...wer will da noch darüber nachdenken billig und gesund zu kochen, zu planen was man wo einkauft und wie man es zubereitet?
Margarine, eine Tüte Billigsemmeln, eine Packung billige Salami, Mar...Konfitüre...billig, schnell gemacht, bekannter und tröstender Geschmack.
Hartz4 ist deprimierend, macht krank.
Auch wenn man vorher gesund gegessen hat, plötzlich muss man umdenken, kann sich nicht mehr die Sachen leisten die man vorher gekauft hat.
Und gerade das essen ist doch einer der primären Triebe, neben Sex und wenn das nicht mehr so klappt wie wir es gerne hätten...
Kann man mit 4 Euro am Tag gesund leben?
Man kann, wenn man viel plant, rechnet, selber kocht, weiss wo man einkauft.
Wenn man auch immer wieder das Gleiche isst, sehr viel von demselben Gemüse wie Karotten und Kartoffeln.
Keine Limonade, keine Flasche Wein zum Abendessen mit Schatz, nicht mehr das Gemüse aus dem Biokorb vom Regionalladen, nicht mehr den kleinen Bauern nebenan unterstützen mit dem Einkauf weil das zuviel kostet...ist so, leider.
Und leider, leider ist es so, wenn mal was los ist, wenn was kaputt geht und das nachgekauft oder repariert werden muss...wo spart man zuerst?
Was macht man wenn das Kind gerne auf einen Schulausflug mit möchte, alle gehen...nur das eigene Kind nicht weil...ja es ist nicht drin.
Selber kochen, keine Snacks, keine Süßigkeiten, denn für Kinder ist noch weniger drin.
Und als ob es Kinder auf Hartz4 nicht schon schwierig genug haben, dann wird es noch extra zum Aussenseiter weil es nicht mit kann, auf den Ausflug, oder nicht mal auch was Süßes dabei hat das gerade IN ist...ja das gibt es.
Es sind die kleinen Dinge die das Leben lebenswert machen.
Mal eine Tüte Fruchtgummis kaufen können ohne zu sagen..nein das geht nicht, die sind zu teuer...oder..die musst du dir gut einteilen weil...
Kummer macht dick, Stress macht dick, Sorgen machen dick...einmal wegen der körperlichen Reaktionen, der Stresshormone und dann weil man sich weniger Gedanken ums Essen macht, oder machen kann.
Weil man dran denken muss, was ist mit der Bewerbung, reicht das, wird einem ein Strick daraus gedreht, was wenn man an den falschen Beamten gerät.
Es gibt viele Gründe die zusammenkommen warum man auf Hartz4 zu dick ist, das man zuviel Geld hätte das man für Essen ausgeben kann, ist keiner davon.
Und automatisch dünn wird man auf Hartz4 genausowenig.
Mal ehrlich, wenn man sich ausrechnen muss wieviel Geld man noch übrig hat und was man davon kauft, dann werden die wenigsten leute für 50-70 cent einen Salatkopf kaufen sondern lieber doch noch eine Packung Weissbrot nehmen, oder?
Die Leute die sowas für uns entscheiden, wieviel Geld wir angeblich brauchen für ein gesundes Essen und wieviel Geld wir von ihnen bekommen per Gesetz, die müssten auch mal einige Monate so leben und klar kommen.
Da kämen sicher bei den Meisten ganz andere Töne wenn die 2-3 Monate rum sind.
Und für hartgesottene Kandidaten, die dürfen sich gerne zu einer Hartz4 Familie in die Küche stellen und ihnen zeigen wie man gesund und billig kocht so das es auch allen schmeckt.
Wer große Töne schwingt der sollte auch dazu stehen können auf mehr als nur eine Weise.
Das wäre doch mal was, praktische Hilfe statt nur vom hohen Ross herab zu palavern von jemanden der noch nie einen Tag auf Hartz4 gelebt hat.
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