Manchmal da sind die einfachsten Sachen die Besten.
Man muss garnicht viel Tamtam machen.
Der Kuchen geht ganz ohne Backen, etwa wenn man Kekse übrig hat, ob gekaufte oder selbstgemachte aus Mürbeteig die man nicht mehr so mag, unbedingt, oder man will einfach was anderes draus machen.
Keksboden für Kuchen, den kennt jedes Kind?
Kekse zerkrümeln und mit derselben Menge geschmolzener Margarine gut vermengen, in die Form drücken und kalt stellen.
Kleiner Tip, es geht auch Halbfettmargarine oder ihr probiert es mal mit Wasser/Rum/Likör um eine feste Masse zu kriegen die ihr in die Kuchenform drücken könnt.
Dann noch mit geschmolzener Schokolade überstreichen so das er später weniger aufweicht wenn die Schokomasse draufkommt.
Oder man bäckt einen Boden, das dauert nicht lange.
Und dann, Schokolade und Kokosnussmilch, zusammen in einer Creme vereint die dann im Kühlschrank schnittfest wird.
Sowohl Kakaobutter als auch Kokosfett haben ja die nette Eigenschaft bei Zimmertemperatur mehr oder weniger fest zu sein.
Ich nehme eigentlich für so ziemlich alle süßen Backsachen mein Standard-Teigrezept her.
Da mische ich alle trockenen Zutaten und hebe sie in einer gut verschließbaren Dose auf.
Und mit ein paar Handgriffen und anderen Zutaten hat man schon wieder etwas Neues.
Grundrezept süßer Teig
500g Vollkornmehl/gemischt
400g gemahlene Mandeln
300g Zucker(ich nehme oft auch weniger)
2 Tüten Backpulver
2 Tüten Vanillezucker
1 Prise Salz
Das Backpulver wird ja gerne klumpig, da hilft es dann dieses mit Mehl durchzusieben. Es soll ja alles gleichmässig verteilt sein.
Das hebt man jetzt in einem gut schließendem Behälter auf und nimmt portionsweise soviel wie man braucht.
Man kann die gemahlenen Nüsse auch im Backofen bei 220 Grad anrösten, das gibt dann je nach Nussart ein leichtes Nutella- bis Marzipanaroma.
Da muss man dann dabei bleiben und ab und an durchmischen damit es nicht anbrennt, was recht schnell geht bei den Nüssen..und je nach Ofen wieder unterschiedlich ist.
Weil die Nüsse gemahlen sind geht das Anrösten in der Pfanne nicht, bei gehackten Nüssen schon.
Wer seine eigenen Nüsse hackt und mahlt kann sie erstmal hacken, in der Pfanne anrösten und dann zu Mehl mahlen.
Anrösten muss aber nicht sein, schmeckt auch so.
Bei schon gemahlenen Nüssen nicht vergessen-Geschmacksprobe ob sie ranzig sind und das eine gelbliche Farbe der Nüsse in der Packung schon ein Hinweis sein kann das sie ranzig sind.
Schokoladentarte
Für die Tarte braucht man eine kreisförmige Backform mit circa 30cm Durchmesser und etwa 1/4 der Mehlmischung.
Wer die Tarte ganz schokoladig will der kann 2 Esslöffel Kakaopulver in die Mehlmischung geben, ansonsten wirkt der Kontrast von hellem Boden und dunkler Schokomasse sehr nett.
Die Backform fettet man ordentlich ein und heizt den Backofen auf 200 Grad vor.
Die Mehlmischung mischt man mit so viel Wasser an das ein knetbarer Teig entsteht. Nehmt erstmal 1/3 des Gewichts der Mehlmischung an Wasser und arbeitet euch daran hoch und nehmt mehr, esslöffelweise zum Ende hin.
Diese Masse drückt ihr dann gleichmässig in die Kuchenform.
Ihr könnt den Teig auch zwischen zwei Lagen Backpapier ausrollen so das ihr weniger Arbeit habt, dann zieht ihr eine Seite ab und legt die Teigplatte mit dem Backpapier nach oben in die Form, drückt den Teig leicht an und zieht das zweite Backpapier ab.
Dann müsst ihr den Teig nur noch etwas korrigieren.
Der Rand sollte etwa 2 cm hoch sein, wenn er dann zu hoch oder zu niedrig ist, ist das auch nicht wild.
Piekt den Boden mit einer Gabel ein.
Solche vorgebackenen Böden werden oft mit Erbsen daran gehindert unförmig aufzugehen...trockene Erbsen, oder Bohnen.
Dazu den Boden gleichmässig in einer Schicht mit Erbsen bedecken.
Backt den Boden 15 Minuten bei 170-180 Grad. Er soll nicht braun werden, nur durch. Leicht Farbe bekommen ist ok.
Danach stellt ihr den Kuchenboden zu abkühlen.
Er kühlt schnell aus und sollte es auch sein wegen der Schokomasse.
Wer einen Keksboden macht der nicht gebacken werden muss, hat hier natürlich einen kleinen Vorteil.
Kleiner Bonus wenn man den gebackenen Boden dünn mit geschmolzener Schokolade einstreicht und diese hart werden lässt.
Die Kombi aus Creme, knackiger Schokolade und keksigem Boden ist...mmmh.
Die Hülsenfrüchte kann man immer noch zum Kochen verwenden, oder erneut als Formhelfer. Man muss aber keine benutzen. Wenn der Boden etwas ungleichmässig wird ist das auch nicht schlimm.
Kokosnusscreme
Schokolade und Kokosnuss, eine wunderbare Kombi wie ich finde. Gibt nicht umsonst solche Riegel, oder?
Für den Kuchen brauchen wir eine Creme Double, also keine Kokosnussmilch sondern etwas dickeres.
Manchmal findet man sowas auch im Asialaden, oder als Kokosnussmilchpulver zum anrühren, dann nur halb so viel Wasser nehmen wie angegeben.
Wir können das auch selber machen.
Entweder indem wir die Milch in den Kühlschrank packen und das was oben fest wird abschöpfen und verwenden, oder unsere Kokosnussmilch doppelt ansetzen.
200g Kokosflocken
500ml Wasser
ein guter Mixer/Küchenmaschine
2 Packungen Sahnesteif
2 Teel Puderzucker
Wichtig ist das die Kokosflocken erstmal trocken durchgemixt werden bis sie zu einer formbaren Masse werden. Sobald sie klein genug werden, kleben sie zusammen.
Das ist jetzt ähnlich wie Marzipan von der Konsistenz her. Gute Küchenmaschinen machen hier eine schöne, glatte Paste.
Aber nicht verzweifeln, auch die etwas weniger feine Masse aus dem Mixer macht gute Resultate.
Jetz gibt man das warme, nicht heisse, Wasser dazu und mixt kräftig.
Man kann den Mix über Nacht quellen lassen.
Nicht im Kühlschrank, da wird die Kokosmasse fest.
Wer will kann die feinen Kokosflöckchen abseihen wenn er eine ganz homogene Tarte will.
Ansonsten einfach drin lassen und nochmal durchmixen wenn der Mix eine halbe Stunde gequollen ist.
Wer Kokosmilch kauft achtet darauf das es keine! Light ist oder sonstwie fettreduziert.
Wir brauchen das Fett für die Schokoladenmasse.
Da gekaufte Milch nicht konzentriert genug ist, 2 Dosen in den Kühlschrank und das was oben dann fest wird abschöpfen. Die Hälfte der Flüssigkeit aus der Dose kann man verwenden, die andere Hälfte nimmt man für das Anrühren des Teigbodens her, zum kochen etc...
Das Sahnesteif braucht ihr dann später noch. Mischt es mit 2 Teelöffeln Puderzucker.
Stellt die Kokosnusscreme derweil kalt.
Schokomasse
200g Bitterschokolade im Wasserbad schmelzen
Rühr die Schokolade mit einer Gabel durch, sobald alles geschmolzen ist und keine Klumpen mehr darin sind.
Nun muss die Schokolade abkühlen, so weit das sie nicht mehr warm ist, aber noch nicht fest wird, sie sollte kurz vor dem fest werden sein. Eventuell verpasst ihr den Zeitpunkt beim ersten Mal, dann wärmt die Schokolade noch mal leicht auf.
Holt euer Handrührgerät und schlagt die Kokosnusscreme mit dem Sahnesteif.
Je nachdem bekommt ihr schon so eine Art Sahne, es macht aber nichts wenn eure Kokosnusscreme einfach nur cremig ist.
Jetzt wäre es toll wenn ihr noch einen Helfer habt der die geschmolzene Schokolade in einem dünnen Strahl in die Kokosnussmasse gießt während ihr rührt.
Ansonsten klappt das auch alleine, daran kann man nicht viel kaputt machen.
Selbst wenn ihr die Masse völlig versemmeln würdet und die Schokolade klumpt, im Wasserbad die Kokos-Schokomasse wieder zurechtrühren, oder einfach mit Klümpchen auf den Boden..essen kann man das immer noch.
Wichtig ist das ordentlich durchrühren mit dem Handrührgerät. Die Schokolade wird dann durch die kühlere Kokosnussmasse fest und hier arbeitet ihr jetzt Luft mit rein.
Muss nicht, macht aber für eine nette Mousse. Es reicht auch wenn beides homogen verrührt ist.
Jetzt streicht ihr die Masse gleichmässig auf den ausgekühlten(eventuell mit Schokolade bestrichenen) Boden.
Wenn ihr den Boden in der Form lasst könnt ihr ohne Probleme auch über den Rand hinweg Creme einfüllen.
Oder ihr macht den Boden von Anfang an ohne Rand und benutzt die Backform bis die Schokocreme fest ist und löst danach aus.
Der Kuchen muss jetzt in den Kühlschrank.
Die Creme wird dann durch das Kokosfett und die Kakaobutter schnittfest mit einem cremigen Touch.
Variationen
Das war jetzt natürlich das Grundrezept, ihr könnt je nach Geschmack und Gelegenheit sowohl Teig als auch Schokomasse noch verfeinern.
Etwas Orangenlikör/-aroma in die Schokomasse, vielleicht auch einen Schuss Rum, fein abgeriebene Schalen von Bio-Orangen, oder macht es doch mit weisser Schokolade oder halb und halb. Marmoriert sieht das toll aus.
Auf den Boden könnt ihr auch seidige Kirschmar...konfitüre streichen. Seidig weil sie ohne Stückchen ist.
Normale Kirschmarmelade kann man durch ein Metallsieb streichen.
Mist, es heisst doch Konfitüre nach EU-Verordnung...
Danach dann die Schokoladenmasse darauf geben und vielleicht mit kandierten Orangenschalen/Scheibchen etc garnieren.
Mit etwas Zimt in der Schokomasse wird es weihnachtlicher.
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